Lasst die Kinder zu mir kommen…. auch Flüchtlingskinder?

Das mit den Kindern und dem Kommenlassen sagt wohl doch nur Jesus. Und vielleicht noch der Weihnachtsmann. Bei unseren Politikern hört das auf. Bei uns Bürgern wohl auch.

Nach neuesten Umfragen – entnommen den Tagesthemen am 10.10.2013 – ist die Mehrheit der Deutschen mit beeindruckenden 52% zwar dafür, mehr Flüchtlingen das Einreisen nach Europa zu erlauben, aber wenn es um das Einreisen nach Deutschland geht schwindet diese „Mehrheit“ drastisch. Mehrheit hier in Anführungsstrichen weil 52% bei diesem Thema kein Grund zum Jubeln sind.

Ich schäme mich. Ich schäme mich nicht, Deutscher zu sein. Warum sollte ich? Ich kann schließlich nichts für den Zufall, hier geboren worden zu sein. Ich war auch nie – und bin es bis heute nicht – stolz darauf, Deutscher zu sein. Aus dem gleichen Grund. Ich schäme mich, weil ich nicht aufschreie. Weil ich mich nicht engagiere. Obwohl es mir an Ideen wahrlich nicht mangelt. Eine Bürgerinitiative zum Beispiel wäre doch eine gute Idee. Keine mit Unterschriftensammlungen sondern eine mit freien Zimmern. Familien zu finden, die bereit sind, syrische (und andere) Mitfamilien aufzunehmen. Vielleicht mit Hilfe der Kirchen eine Organisation ins Leben zu rufen, die sich dafür stark macht. Die um Betten und Liebe wirbt. Ganz im christlichen Sinne. Die die Politik unter Druck setzt. Die den wohlfeilen Satz „Wir tun schon, was wir können“ ad absurdum führt.  Die unserem Bundesinnenminister freundlich lächelnd zeigt, dass bei 20.000 aufgenommenen Flüchtlingen noch lange nicht Schluss ist.

Die anderen europäischen Staaten sollen erst mal so viele Menschen aufnehmen, wie wir, sagt der. Seit wann gehört es zu deutschen Tugenden, sich nach dem Mittel- oder Untermaß zu richten? Wir könnten auch um mehr Nächstenliebe bei den anderen werben während wir sie selber im Übermaß praktizieren – wäre das nicht ein guter Weg? Ein christlicher? Der einzig menschliche?

Vielleicht kommt einmal der Tag, an dem ich mich nicht mehr schäme. Dann, wenn ich etwas bewegt habe. Nicht nur in meinen Gedanken!

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