Von Sonnenfischen und Grubengrasen

Ich liebe Whats App. Ja, ich weiß, die sind schlimmer als die NSA und spähen uns aus. Im Grunde bin ich ja ein Internet-Phobiker und traue dem Netz nicht weiter, als meine Tastatur reicht. Von Facebook und Co halte ich nichts und mich fern. Aber Whats App ist klasse. Da vergesse ich sofort alle meine Vorbehalte. Weil es sooo praktisch ist. Und sooo lustig.

Mit meiner Tochter im fernen Mexiko so leicht in Verbindung bleiben zu können ist super. Mittlerweile sind wir dazu übergegangen, uns Sprachmemos zu schicken, wenn es zuviel Info zum Tippen ist.  Also in der Regel, wenn sie was braucht. Ein Rezept zum Beispiel. Oder mir genau erklären will, was ich in ihr Geburtstagspaket packen soll…. Aber egal. Ist schön, ihre Stimme zu hören, auch wenn ein „Mama, du bist ganz und gar sensationell“ in ihren Sätzen regelmäßig fehlt.

Ausserdem kann man Bilder schicken. Das ist Klasse. Meistens. Heute Morgen hat sie mir ein Bild von einem veritablen Sonnenbrand geschickt, den sie gerade pflegt. Sie ist blond und weiß. Das ist ein starker Kontrast zu roter Haut. Hätte ich lieber nicht gesehen. Ich schrieb ihr dann den weisen Rat „immer Sonnenmilch“ zurück. Also, ich wollte das Schreiben. Mein Handy machte „immer Sonnenfisch“ daraus. Dass so ein kleines Gerät so viel Witz haben kann..

Oder weiß jemand wo Grubengrasen liegt? Ich nicht. Aber Grebenhain ist in der Rhön.

Schön war auch diese Antwort: „Gutschein Ehebruch dabei“. Sollte heißen „Gutschein habe ich dabei“. Oder statt einem geheulten „buhuhuhu“ kam beim anderen die „Buchführung“ an.

Bis heute weiß ich nicht, was mit „Hm Klo hat ja nicht so ganz dolle...“ gemeint war, oder auch „ruf Ödland wenn`s geht„??????

Meine Freundin und ich amüsieren uns immer noch über den Herrn Future. Der war nicht eingeladen, es kennt ihn auch keiner. Aber statt „kommst du zu mir“ schrieb das Handy „Kommt Future mit“ – schade, wir hätten ihn gern kennen gelernt.

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Schattenbanken und andere Versorger

Gestern habe ich im Fernsehen einen Bericht über Schattenbanken gehört. Ich verstehe die Finanzkrise nicht. Vermutlich bin ich der einzige nachrichtenhörende und halbwegs interessierte Mensch, dem immer noch nicht klar ist, wer für die Finanzkrise nun echt, echt, wirklich echt verantwortlich ist. Die gierigen Banker? Die panischen Politiker? Die Kultusministerien, weil sie die Sache mit der Bildung permanent versauen? Oder die Kirchen, die ihren Mitgliedern ethische Verhaltensweisen eher austreiben als einbläuen?

Wahrscheinlich ist es keiner von denen. Dinge passieren eben einfach. Das ist der Lauf der Welt. Und zum Glück gibt es ja nun eben die Schattenbanken. Wie die funktionieren, habe ich verstanden. Glaube ich. Es ist  nämlich so: die Lichtbanken – also die, zu denen wir täglich virtuell oder ganz in Echt hinpilgern und denen wir unser Geld anvertrauen – die bauen Mist. Kann ja vorkommen. Sind ja auch nur Menschen. Und um diesen Mist einer guten Verwertung zuzuführen, haben sie Schattenbanken gegründet. Die kehren den Mist zusammen, packen ihn auf einen Haufen und hoffen, daraus Dünger zu gewinnen. Manchmal klappts. Manchmal nicht. Ich bin nicht ganz sicher, was passiert, wenn es nicht klappt. Ich habe aber mal was von sogenannten Badbanks gehört. Es kann sein, dass die dann den nicht düngenden Dünger irgendwo verklappen. Der verschwindet dann in irgendeinem Geldstrom. Oder so.

Die Schattenbanken jedenfalls verrichten gute Arbeit. Gestern haben sie gesagt, die ganzen schlechten Misthaufen seien schon weg, man könne jetzt also davon ausgehen, dass das mit dem Düngen klappen könnte. Wenn es um Geld geht, sprechen die im Fernsehen ja meist im Konjunktiv….

Schattenbanken sind also eine prima Sache. Sie spinnen Stroh zu Gold. Wenn etwas schief läuft, biegen sie es gerade. Sie retten die Rettungslosen. So wie ich. Meine Tochter ist seit einer Woche im Austauschjahr. Sie verließ mich mit den Worten: „Mama, das ist mein Jahr, ich melde mich nur ganz manchmal, geh mir mit Mails und Apps bitte nicht auf die Nerven, ja? Hab dich lieb“.

Ich verstehe das Kind. So ein ganzes Jahr ohne elterliche Rat- und sonstige Schläge ist schon eine prima Sache. Ich habe mich in den 7 Tagen, die sie nun weg ist, auch dran gehalten und nur im Notfall bei ihr gemeldet. Zum Beispiel, um sie an den Geburtstag von Opi zu erinnern.

Man sagt ja immer, reisen bildet und die Kinder kommen nach so einem Jahr ganz verändert und erwachsen wieder. Meine Kinder sind hoch intelligent- bei denen ist es schon nach 1 Woche soweit. Meine Tochter meldet sich dauernd  ganz von allein. Zum ersten Mal, weil sie wissen wollte, was es heißt, nach einem dreistündigen Ausflug ohne Wasser, jetlag geplagt und in klimatisch doch leicht anderen Bedingungen, sich schwindelig zu fühlen. Zum zweiten Mal, weil sie die Oma nicht erreichen konnte, ich solle sie bitte anrufen damit sie – die Oma – in skype online gehen könne. Zum dritten Mal, um mir mitzuteilen, dass auf ihrer Kamera die Info „Fehler“ erscheint und was sie da nun tun solle. Zum vierten Mal, weil sie eine Kopie ihrer Geburtsurkunde braucht. Das war gestern Nacht. Um kurz nach zwölf. Ich schlief schon. Also vorher!

Ich liebe mein Kind. Und ich bin stolz auf sie. Das, was die Finanzwirtschaft erst mühsam in einer Krise lernen musste, hat sie schon längst herausgefunden: jeder braucht einen Mist-zu-Dünger Verwandler. Ich bin die Schattenmama 🙂

 

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Mama allein zu Haus, Tag -1

Ich gehöre zu den unzähligen Elternteilen, die es ihrem Kind erlauben und ermöglichen, während der Schulzeit ein Jahr im Ausland zu verbringen. Soweit so gut und noch nichts besonderes….

So beginnt mein neuestes Projekt: „Mama allein zu Haus – der Blog“. Während meine Tochter es sich in Mexico gut gehen lässt und sich bereits Kontaktaufnahmen aller Art so weit wie möglich verbeten hat (was so viel heißt wie, maximale alle 14 Tage mal eine kurze! Whats App) werde ich mich hier innerlich beobachten und im Blog festhalten, wie es mir damit geht.  In der Theorie wunderbar – in der Praxis, na, mal sehen 🙂

Alles weitere also ab sofort im Blog, siehe oben.

 

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