Em – und Im- und Umpathie

Vor kurzem durfte ich an einem besonderen Kongress teilnehmen.  Da gab es einen Vortrag über ein neues Wort zu einem alten Thema. Das neue Wort war: IMPATHIE. Viele Zuhörer waren sehr begeistert. Ich war sehr verwundert. Sicher wäre es gut, ich würde hier mal kurz das Konzept der Impathie erklären.

Die meisten Menschen können  mit dem Begriff Empathie etwas anfangen. Einfühlsam zu sein, sich gut in andere hinein versetzen zu können, die Fähigkeit zu Mitgefühl – all das verbinden wir mit empathischem Verhalten. Impathie ist nun genau das gleiche, nur auf uns selbst angewandt. Die innere Empathie sozusagen.

Ich finde den Begriff Impathie sehr passend. Auch die Erklärungen waren einleuchtend. Ich frage mich nun aber, worin sich diese neue Erkenntnis, dass wir auch empathisch mit uns selbst umgehen sollten,  von der alten Bibelweisheit „liebe deinen Nächsten wie dich selber“ unterscheidet. Vermutlich habe ich irgendetwas nicht mitgekriegt. Oder ich denke zu simpel. Ich bin ja generell eher einfach gestrickt. Nichts desto trotz hat mich das viele Nachdenken über Em- und Impathie auf einen ganz neuen Gedanken, und natürlich auch auf einen innovativen Begriff gebracht: UMPATHIE!

Die Umpathie ist das, was uns davon abhält, uns empathisch gegenüber unseren Mitmenschen zu verhalten, weil wir uns vor lauter Impathie blockieren.  Das geht so:

In einer Art Pingpong Spiel zwischen empathisch mit meinem Gegenüber mitschwingen und impathisch gucken, wie es mir dabei geht verliere ich die Spontaneität, die für mich eine gelungene Begegnung auszeichnet. Zum Beispiel kann ich nicht lässig die einzigen 20 Cent, die sich in meiner Hosentasche befinden, dem rockenden Straßenmusiker zuwerfen. Zwar zucke ich empathisch schon mit den Fingern, frage mich aber impathisch, wie ich mich mit 20 popeligen Cent fühlen würde. Wertgeschätzt? Wohl eher nicht. Bis ich das mit mir ausdiskutiert habe, bin ich schon im großen Bogen um den Straßenmusikant herumgelaufen. Der hätte sich aber vielleicht doch über 20 Cent gefreut, wer bin ich, das zu beurteilen? Blöderweise kehre ich nicht um, um das Geld doch noch loszuwerden. Klarer Fall von Umpathie!

 

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