Und plötzlich macht der Bürger „puff“…

In dem wunderbaren Artikel der ZEIT vom 27.08.15 „Die Krisen reiten“ haben mich folgende Sätze inspiriert:

„Das Beispiel Flüchtlinge zeigt, dass die Politik dem Deutschen im Innersten nach wie vor misstraut, die Politiker halten ihre Bürger für nette Leute, die aber bei falscher Behandlung jederzeit explodieren können. Und weil sie ihnen nicht vertrauen, trauen sie ihnen nichts zu!“

Nicht nur finde ich das Bild vom explodierenden Bürger höchst erheiternd (in meiner inneren Welt schaut eine Art Papa-Moll Figur erstaunt an sich herunter, weil es überall aus ihm heraus kleine Rauchwölkchen treibt und, nun ja, eben „puff“ macht), auch und besonders die Verbindung von nicht-vertrauen zum nichts-zutrauen gefällt mir. Sehr schön formuliert. Und sehr schön wahr.

Es gibt eine Menge Beispiele dafür, wie die Politiker uns mit Gesetzen, Vorschriften und Subventionen gängeln. Ich persönlich freue mich über einige (wie z.B. das Rauchverbot in öffentlichen Räumen), andere halte ich für übertrieben, falsch oder unwirksam.

Ein schönes Beispiel für letzteres ist in meinen Augen die Dämmwut der Gesetzgeber. Umstritten, ob das mehr schadet als nutzt. Auch der neueste Vorstoß zum Verbot des Alkoholverkaufes ab 22 Uhr geht eher in Richtung Orwell und Co. Nein, ich brauche keinen Schnaps, um mich wohl zu fühlen aber ich möchte schon selbst entscheiden, wann ich was trinke. Und die, die regelmäßig um halb elf  nachts die Tankstelle ansteuern, sind zwar vielleicht Vieltrinker, aber deshalb ja nicht blöde…. kurz vor zehn kostet das Zeug schließlich genauso viel. Da kommt mir gerade eine Idee: vielleicht wäre das die Lösung. Alkohol nach 22 Uhr kostet einfach das Doppelte. Da freuen sich Staat und Kioskbesitzer!

Wenn dann auch noch das Bargeld abgeschafft wird (das geistert ja bereits seit einer Weile durch die Presse und wurde auch hier im Blog mehrfach thematisiert, siehe hier und hier), fällt dem armen kleinen Säufer gar nicht auf, dass er mehr zahlen muss 🙂

Im Handelsblatt vom 30.08.15 ist zu lesen, dass „die Regulierungsdichte in Deutschland im internationalen Vergleich sehr hoch ist“. Genau genommen sind im Vergleich von 28 Ländern in der EU nur drei dichter als wir! (Was ja aber vielleicht auch logisch ist, schließlich sind wir das Land der Dichter und Denker – okay, blöder Kalauer…)

Jedenfalls möchte ich den Politikern zurufen: „Seid wie Papa und Mama zu euren Bürgerkindern. Wenn ihr denen nix zutraut, können sie auch nix werden“.                      Was der Neurobiologe Gerald Hüther über den Nachwuchs sagt, dass der nämlich jeden Tag verbunden sein und über sich hinauswachsen will, das gilt halt auch für unsere Gesellschaft. Wir brauchen einfache, sinnvolle und manchmal auch weit gedehnte Regeln und Gesetze, innerhalb derer wir uns dann tummeln können. Bürger am Gängelband lernen weder selbstständig zu denken, noch zu handeln. Und welche Mutter will ihrem 18 jährigen Sohn noch die Schubändel zubinden???

Gilt übrigens auch für die „kleinen“ Politiker in den Kommunen. Wo der Bürgermeister jede Anfrage für einen neuen Bleistift oder den kurzen Transport eines Tisches zu einem Flüchtlingswohnheim genehmigen muss, ist die Regulierungsdichte so hoch, dass kein Raum für Eigeninitiative bleibt. Wie schade ist das denn!

 

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„smash-cakes“ für Matschbirnen

Es gibt sie noch, die Unentwegten, die ewig Kindlichen, die Einwohner des Landes der Glückseligen…. welches sich auf den verschiedensten Kontinenten zu befinden scheint.

Während ich vor Entsetzen über das Schicksal der Welt im Allgemeinen und das der Flüchtlinge im Besonderen (und noch besonderster über die dumpf, hirnlose Parolen brüllenden Angstbesetzten ) innerlich langsam erstarre, gibt es zum Glück in der Welt noch Menschen, die die Fähigkeit besitzen, sich trotz des humanitären Schlamassels ein rosarotes – oder himmelblaues, je nachdem – Wolkenkuckucksheim zu kreieren.

Der neueste Trend in der Baby-Unterhaltungsindustrie ist nämlich der Smash-Cake-Event. Was ist das? Nun, stellen wir uns ein Paar vor, sorgen- und bewussteinslos, welches ein Baby bekommt. Dieses wird irgendwann mal den ersten Geburtstag feiern. Nun ist es für den Porsche noch zu klein und der Bausparvertrag ist zu spießig. Was also schenken? An Rasseln, Baby -tablets und ähnlichem herrscht kein Mangel in der heimischen Kinderstube und außerdem soll es ja am besten auch etwas wirklich kindgerechtes sein. Hm… Kinder matschen gern herum…. und sie stecken alles in den Mund… Bingo, da kommt der Smash Cake doch gerade recht. Eine herrlich verzierte, aus den besten Zutaten hergestellte, prächtige Torte, extra für den Anlass produziert, wird dem Kinde patsch- und matschgerecht vor das Hochstühlchen plaziert. Und schon geht´s los: Creme und Sahne werden vermantscht, vernascht, verschmiert-…. und für die Erwachsenen gibt es eine extra Torte, die man auch richtig essen kann. Frei nach Loriot „das ist ein Spaß für die ganze Familie“.

Wer sich mal so richtig wundern will, kann im Netz die herzigsten Bilder von Babies und nicht mehr zu verwendenden Lebensmitteln finden.

Ein Glück nur, dass die Flüchtlinge unterwegs nicht googeln können, sie würden sich wohl die Seele aus dem Leib kotzen. Wenn sie was im Magen hätten.

P.S. Ja, ich weiß, das Wort „besondersten“ gibt es nicht. Klingt ja auch dämlich. Passt aber gerade deshalb so schön im Kontext. 🙂

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