Zoff um Zielgruppen

Schon die Tatsache, dass ich einen Artikel zum Thema „Zielgruppe“ schreibe wirft ein erhellendes Licht auf den Spagat, den ich innerlich mit meinem Blog  mache. Denn im Grunde gibt es nur einen Grund für mich, ihn zu führen: aufzuräumen. Und zwar meinen Schreibtisch und mein Gehirn.

Ich schreibe gern. Und ich teile meine Meinungen und Ansichten gern mit anderen. Bevor ich daher vor kurzem mit dem bloggen angefangen habe, habe ich diese meine Ansichten entweder meinen Kindern oder meinen Eltern erzählt. ( Meine Freunde hatten komischerweise immer wieder dringend anderes zu tun…). Gern auch mir selber. Oder ich habe sie auf Zettel gekritzelt, die dann meinen Schreibtisch belagert haben.

Seit ich diesen Blog schreibe, ist alles fein aufgeräumt an einem Ort und meine Freunde können ihn lesen, wenn sie Lust dazu haben. Manche von ihnen tun das tatsächlich 🙂

Insofern ist meine Zielgruppe dann also, äh, ja wer denn nochmal? Ich selber? Mein nahes Umfeld? Da ich auch als hypnosystemische Therapeutin, Seminarleiterin und Autorin arbeite höre ich aber von allen Seiten: „Du musst dich mehr im Netz engagieren“. Und da stößt man dann schnell auf Begriffe wie : Content, Verlinkung, Ranking, social media, Blogs…. und natürlich auf ZIELGRUPPE.

Im Zuge meiner Recherche bin ich auf webmaster friday gestoßen, die gerade eine Umfrage mit dem Thema „Habt ihr eine Zielgruppe“ gestartet haben. Also wie für mich gemacht.

Nun sitze ich hier am (aufgeräumten) Schreibtisch, Kaffee neben mir, draußen Regen und denke über meine Zielgruppe nach. In meinen beruflichen Kontexten ist das einfach: Klienten, Kunden, Leser. Wobei, letzteres trifft hier ja auch zu. Nur, ein Buch ist irgendwann fertig und braucht dann halt ein bisschen Werbung. Und viel Glück, damit es die nötigen Einkünfte beschert. Der Blog hier ist nie fertig und ich schreibe ihn ja auch in erster Linie nicht, um Geld zu scheffeln, sondern um meinen Kopf und Schreibtisch klar zu kriegen.

Auf der anderen Seite ist ja heutzutage irgendwie alles mit allem verbunden. Also nicht nur esoterisch energetisch sondern mit Glasfaser- und sonstigen Kabeln ganz praktisch. Sprich, ich könnte meinen Blogg zielgruppenoptimieren, um eine Wirkung im beruflichen Bereich zu erzielen. Aber würde das dann nicht heißen, ich müsste mehr, öfter, regelmäßig hier etwas zum besten geben? Und das jedesmal witziger, eloquenter, tiefschürfender als vorher? Wo bliebe dann der Spaß, den ich im Augenblick mit dem Blog hier habe? Würde ich mir, mit dem Schreiben für eine Zielgruppe, nicht Zwänge auferlegen, mich unter Druck setzen? Müsste ich dann am Ende den Blogtitel ändern?       In „Zeilendruck“ statt „Zeilenglück“?

Okay, ich gebe es ja zu, nachdem ich nun so einige Artikel hier verfasst habe wäre es schon schön, auch ein paar mehr Leser zu haben. Und mit diesen dann vielleicht sogar in kommentatorischen Austausch zu gehen. Ich liebe Feedback. Also, positives! 🙂 Aber wenn ich mir meine zwei inneren, sich über das Thema „schreiben für eine Zielgruppe ja oder nein“ zoffende Anteile so ansehe, dann liegt im Moment noch ganz klar der „nö, keine Lust“ Anteil vorne. Also lieber weiter wie bisher: unregelmäßig, völlig verschiedene Themen, inhaltlich unterschiedlich von lustig bis ernst und eben nicht wirklich optimal für eine bestimmte Gruppe von Menschen. In der Hoffnung, dass mich ein paar Interessierte doch finden werden. So im Laufe der Jahre…

 

 

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5 Gedanken zu “Zoff um Zielgruppen

  1. Hallo Katharina,
    wenn das ein „Experte“ liest, Boah, ey. Der wird Dir erst mal erzählen, dass ohne Festlegung einer klaren Zielgruppe, was natürlich eine fundamentale Zielgruppenanalyse voraus setzt, ein Blog nie nie nie erfolgreich werden kann. 😉

    Ich bin da bei Dir und ergo entspannter. Wenn man mit Leidenschaft bloggt und sich hier und da etwas in die Blogszene einbringt (networked), dann wird das schon. Und im Laufe der Zeit wird das dann auch mit Kommentaren.

    Wünsche Dir immer die Leidenschaft, die Ideen und de Lust aufs Bloggen.
    HG Hans

    • Hallo Hans,
      es tut ja sooo gut zu merken, man ist nicht allein auf der Welt 🙂
      Und da du das so schön formuliert hast, schicke ich dir die guten Wünsche gerade so zurück!
      FG Katharina

  2. Hallo, Meine Gute! Da hast ja ‚mal wieder etwas geboren… Unvergleichlich. Und das sage ich immerhin als Zielgruppe – in jeder Hinsicht! Laß Deine (wie viele?) inneren Stimmen streiten wie sie wollen und mach‘ immer genau so viel, so wenig, so spaßig oder so aufgeregt wie es sich gut anfühlt. Meine lästerliche Ansicht: wer anfängt, für Zielgruppen zu schreiben, schreibt nicht mehr gut. Und an dieser Stelle verzichte ich auf jede Menge prominenter Anti-Beispiele… Alles schön an der Blog-Front. Und weiter geht’s… Bitte, bitte!
    Gruß vom weißen Raben

  3. Hallo,

    Danke für diesen Artikel. Ich freue mich, das ich mit meiner Meinung, das ein Blog vor allem dem Spaß und dem „sich Mitteilen“ dienen soll nicht alleine bin. Viel zu oft lese und höre ich, das man eine „Zielgruppe“ braucht um Erfolgreich zu sein? Aber wie definiert man denn überhaupt Erfolg? Ich denke, das sollte jeder inklusive jeder Blogger mit sich selbst ausmachen.

    • Hallo Ludwig,
      danke für deinen Kommentar, es finden sich ja doch ein paar einfach-weil´s-Spaß-macht Blogger 🙂
      Eine meiner Lieblingsdevisen ist: go zig where everybody else is zagging. In diesem Sinne, weiter querfeldein !!

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