Der Shanty-Chor fängt an zu graben

Am Samstag, den 30.04.16, trat der zweite AfD Vorsitzende Jörg Meuthen vor seine Deutschtümler und sagte den vermutlich folgenschwersten Satz seiner Laufbahn: „Wir wenden uns nicht gegen die Menschen. Aber wir wenden uns gegen die Massenzuwanderung, durch die wir das Land nicht mehr wiedererkennen können“.

Dies hörte der Shanty Chor „De Jungs von de Fischköppküste“ aus Hamburgs Nobelviertel Harvestehude bei ihrer Monatsendprobe. Bereits am Sonntag traf man sich zu einer Sondersitzung mit dem Thema, „Wir lassen uns doch nicht die Butter bei die Fische klauen“ und diskutierte darüber, wie man den Flüchtlingsmassen bei der Veränderung unseres Landes zuvorkommen könne. Der Leiter des Chores, Hein Böd, beteuerte, dass „wir Deutschen durchaus nicht der Hilfe von irgendwelchen Hergelaufenen bedürfen, um unser Land so nachdrücklich verändern zu können, dass es nicht mehr wiederzuerkennen ist. Das schaffen wir problemlos ganz alleine“.

Da es unter den Mitgliedern naturgegebener maßen etliche, sich im Ruhestand befindliche Anwälte, Architekten und Ingenieure gibt, so dass sich Know How mit genügend freier Zeit aufs Trefflichste verbinden konnten, nahm ein Plan rasch Gestalt an. Die Nordsee sollte umziehen! Auf das genaue Endziel konnte man sich zwar noch nicht einigen, aber dass es in den Süden gehen sollte war doch schnell klar.

Inzwischen hatten mehrere andere Shanty Chöre ihr Interesse bekundet und so entstand die heute bekannte Flutwelle der Grabenden. Gegenüber von Wilhelmshaven, am unteren Ende des Jadebusens, wechseln sich zur Zeit verschiedene Chöre der Hansestädte, unterstützt von kleinen Dorfchören aus der Gegend ab, um einen breiten Kanal Richtung Süden zu schaufeln. Ermutigt von der erfolgreichen Handhabung der Bauprobleme des Berliner Flughafens lautet ihr Credo „planing while doing“. In guter deutscher Mannschaftsmanier gräbt die Gruppe schwung- und taktvoll zu dem altbekannten Shanty: „What shall we do with the drunken sailor“ in geänderter Textform. Hier ein Abdruck des Bauarbeiterliedes:

Das wolln wir nich den Flüchtlingen überlassen,                                                                 das wolln wir nich den Flüchtlingen überlassen,                                                                   das wolln wir nich den Flüchtlingen überlassen,                                                             Somaliern oder Syrern.                                                                                                       Hebt aus, auf ihr Männer,                                                                                                    hebt aus, auf ihr Männer,                                                                                                    hebt aus, auf ihr Männer,                                                                                                      Die Nordsee zieht inn Süden“

Der etwas holperige Reim ist der Spontaneität und dem Zeitdruck geschuldet und daher verzeihlich.

Unbestätigten Meldungen zufolge sind die hessischen Grüne-Soße-Kräuter Anbauer, sowie die Apfelwein Kelterer inzwischen dabei, das Kinzigtal auszuheben und zu erweitern, um der anrückenden Nordsee in guter Willkommenskultur eine neue Heimat bieten zu können. Die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden planen bereits den Umzug ihrer Städte auf die angrenzenden Hügel des Vogelsberges und freuen sich auf eine neue Flutwelle von Touristen.

Auch aus Bayern ist zu hören, dass die Alphornbläser und die Trachtenvereine ein gemeinsames Vorgehen überlegen, wie sie das Schloss Neu-Schwanstein an den Rhein umziehen könnten. Das würde die dortigen Burgruinen erheblich aufwerten und den Preußen mal zeigen, was ein „echtes deutsches Schloss ist“, so ein Mitglied der Tölzer-TölpelTruppe.

„Es sieht ganz so aus, als hätten wir durch unser beherztes Eingreifen eine deutschlandweite Bewegung in Gang gesetzt“, freut sich Hein Böd, “ da zeigt sich doch ganz deutlich, dass wir Deutschen niemanden brauchen, der uns sagt, wie wir unser Land zu verändern haben. Wir schaffen das. Ganz alleine!“

 

 

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3 Gedanken zu “Der Shanty-Chor fängt an zu graben

  1. Ich zieh schon mal Gummistiefel an, wenn se vorbeikommt- dann mach ich schnell ne Wattwanderung – für mich könne se auch hierbleiben….?

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