Aus der Reihe: wir utilisieren dann mal das Problem…

An die Klinik…..                                                                                                                      Zu Händen der Geschäftsleitung                                                                              R……straße ..                                                                                                                   6…..   ……………

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beziehe mich auf den Aufenthalt meines Onkels in Ihrer Klinik. Einem von Ihren Ärzten diagnostizierten und operierten Oberschenkelhalsbruch sollte 8-10 Tage nach der OP, nach Aussage des behandelnden Arztes, ein Aufenthalt in einer Rehabilitationseinrichtung folgen.

Nachdem es meinem Onkel in den Tagen nach der OP nicht gelungen ist, Kontakt zum Sozialdienst herzustellen, bin ich am Donnerstag, dem 17.11.2016 in Ihre Klinik gefahren, um gemeinsam mit ihm einen Termin bei der Dame des Sozialdienstes zu erwirken. Das ist uns auch gelungen. Sie war sehr freundlich und hilfsbereit und besorgte einen Reha Platz in einer Einrichtung. Sie teilte uns außerdem mit, dass sie noch am selben Tag einen entsprechenden Antrag an die Krankenversicherung meines Onkels zwecks Kostenübernahmezusage schicken werde.

Bis heute – eine Woche nach diesem Termin – liegt weder eine Kostenzusage vor, noch weiß die Krankenkasse irgendetwas von geplanten Reha Maßnahmen!

Soweit ich verstanden habe, ist die Stelle im Sozialdienst lediglich halbtags von nur einer Fachkraft besetzt. Sicherlich haben Sie Ihre guten Gründe für diese minimale Personalentscheidung. Soziale, kostentechnische, arbeitsplatztechnische, gesellschaftliche oder sonstige, mir im Augenblick nicht vorstellbaren Gründe. Ich respektiere Ihre Entscheidung daher durchaus, schließlich sind Sie als Geschäftsführer und Verantwortlicher für einen reibungslosen Ablauf in Ihrer Klinik sicherlich bestens informiert und entscheidungsfähig.

Es kann ja auch durchaus sinnvoll sein, Arbeiten auszulagern. Ich habe mich daher gern und – wie ich zum Zeitpunkt dieses Briefes und der Rechnungsstellung hoffe – mit Erfolg Ihres Personalmangels  und des implizit dadurch von Ihnen angebotenen Auftrags angenommen, mich um den notwendigen Reha Platz für meinen Onkel zu kümmern.

Ich stelle Ihnen hiermit meine Kosten für diese Arbeit in Rechnung in der festen Überzeugung, Ihnen, der Klinik, Ihren Mitarbeitern und den Patienten gute Dienste geleistet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

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Ein Gedanke zu “Aus der Reihe: wir utilisieren dann mal das Problem…

  1. Hach – was fallen mir da für köstliche Parallelen ein, die nach gleichem Prinzip aufgedröselt werden könnten… Armutszeugnis. Und den Betreffenden nicht eine müde Überlegung wert! Nicht ohne Grund bin ich eiserner Befürworter des BGE: es würde auf einmal Dutzende von engagierten Leuten geben, die sich um genau solche Probleme hingebungsvoll kümmern.

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